V. 27, Österreich

Aufgrund meiner sportlichen Jugend hab ich öfters mal beim Duschen einen Blick auf die anderen Frauen geworfen. Mir fiel immer auf, dass bei denen da unten "nicht so viel raussteht". Meine längeren inneren Schamlippen haben mich zwar nie wirklich gestört, trotzdem hatte ich seit ich mich erinnern kann immer die Fragen im Kopf: Ist das normal? Schaut das bei den anderen Frauen auch so aus? Gefällt das meinen Partnern? Warum ist das alles so lang da?

Dieses Projekt hat mir nun wirklich bewusst gemacht, dass alles an mir in Ordnung und sogar schön ist. Die oben erwähnten Fragen kann ich nun alle selbstbewusst und zufrieden beantworten.

V. 22, Österreich

Warum ich Projekte wie Vulvarium wichtig finde?

Damit mehr Frauen die Möglichkeit haben, ihre Vulva so wie sie ist als schön zu sehen und zu lieben. Damit keine Frau mehr nur im dunkeln Sex haben will.

Damit keine Frau Angst hat, dass ihr neuer Sexualpartner ihre Vulva nicht ansprechend findet. Damit junge Mädchen nicht über Schönheitsoperationen im Intimbereich nachdenken.

Damit Wörter wie Vulva, Vagina, Scheide etc. genau so geläufig sind wie Penis.

Damit die weibliche Sexualität kein Tabuthema ist.

R. 28, Österreich

Mittlerweile empfinde ich meine Vulva als schön. Früher, in der Pubertät, fand ich meine asymmetrischen Schamlippen total komisch und viel zu lang. Es hat sich zwar nie einer meiner Sexualpartner darüber aufgeregt oder beschwert, aber trotzdem ist man irgendwie unsicher; ob man nicht irgendwie seltsam oder anders ist.

Klar, andere Vulven bekommt man nicht dauernd zu Gesicht. (Penisse jedoch irgendwie dauernd. Es ist komplett normal, irgendwo Penisse hinzukritzeln. Auf jedem Festival sieht man dauernd männliche Genitalien usw.)

Die Skulptur ist ein bisschen das Tüpfelchen auf dem i. Auf einer langen Reise zu mir, zu meinem Körper, auch ein bisschen zu meiner Sexualität. Und einer generellen Offenheit dem Thema gegenüber, bis hin zur Selbstverständlichkeit.

C. 27, Österreich

Ich kenne die Idee des vulvacastings schon seit einer Weile & finde es sehr mutig und bestärkend, sich das zu trauen. Grade für jemanden, dessen Vulva nicht dem gängigen Schönheitsideal entspricht, ist es mega gut zu sehen, dass viele viele Frauen das gleiche „Problem“ haben, aber es wird einfach nicht drüber gesprochen.

Ich empfinde meine Vulva als normal und hatte auch nie (oder zumindest schon lange nicht mehr) das Gefühl, dass meine Vulva besonders komisch aussehen würde.

Als schön würde ich sie aber leider noch nicht bezeichnen, dafür ist das Bild einer „ordentlichen“ Vulva immer noch zu sehr in mir drin.

Meine Antwort wird ganz klar von Pornos beeinflusst, aber auch von dummen Sprüchen von Menschen, die in ihrem Leben vermutlich noch nicht viele „echte“ Vulven gesehen haben.

M. 26, Österreich

Wenn ich an meine Vulva denke, kommen mir die Worte ‘Anziehend‘, ‘Besonders‘ und ‘Einfach‘ in den Kopf.

Warum Einfach? Früher hatte ich oft das Gefühl, dass dieses Körperteil vieles komplizierter macht und mit vielen Problemen verbunden ist (man schämt sich dafür, man empfindet dort ganz anders, man wird darauf reduziert, usw.) doch mittlerweile glaube ich, dass das weniger an diesem Körperteil liegt.

Die schlechtesten Erfahrungen in Bezug auf Sexualität habe ich eher erlebt, wenn ich angezogen war, und nicht nackt/im Bett.

Warum vielleicht etwas da unten nicht so funktioniert wie es sollte, auch z.B. auf Sexuelles bezogen, bereitete mir früher häufiges Kopfzerbrechen. Das nehme ich jetzt lockerer.

Es liegt überhaupt nicht an dem Körperteil und man sollte sich dadurch gar nicht unter Druck setzen lassen. Die meisten Dinge gehen vom Kopf aus und von unseren Gefühlen; meine Vulva ist am Ende ein so einfaches Organ wie z.B. mein Mund. Und wenn es mir mal die Sprache verschlägt, mach ich mir auch nicht gleich Sorgen, dass mein Mund falsch funktioniert. Deswegen sehe ich meine Vulva als einen einfachen Teil von mir, der so wie alle anderen Teile nur als Ganzes funktionieren kann, und nicht schuld daran ist, wenn mal was nicht so klappt.

K. 22, Österreich

Die Skulptur meiner eigenen Vulva zu besitzen, hat schon was verändert. Da ich mich privat und in meinem Studium mit Feminismus beschäftige, habe ich mich für ziemlich aufgeklärt gehalten, aber um ehrlich zu sein, habe ich meine eigene Vulva davor noch nie so genau angeschaut.

Ich sehe sie nun weniger als ein Ganzes, sondern weiß ihre verschiedenen Teile vielleicht etwas mehr zu schätzen.

Auch konnte ich vor kurzem meinen Muttermund das erste Mal ertasten, zuerst hat mich das erschrocken, doch es ist schön, interessant und aufregend mehr über sich zu erfahren.

Ich denke, ich bin mir mehr denn zuvor bewusst, dass die Vulva ein Teil des Körpers ist, der viel zu oft unterschätzt und tabuisiert wird, und über den man mehr und offen(er) reden sollt.

Anfangs war ich auch skeptisch ob ich die Skulptur im Bücherregal stehen lassen würden, wenn Familienmitglieder in die Wohnung kommen. Doch zu meiner eigenen Überraschung habe ich ein sehr gutes Gespräch mit meiner Mama führen können, in dem ich ihr von dem Abdruck erzählt habe. Mich hat sehr gefreut, dass sie interessiert war und das was ich da gemacht habe spannend gefunden hat.

V. 24, Österreich

Ich finde Projekte wie Vulvarium wichtig, damit Frauen lernen, dass alles normal ist und dass sie sich für nichts und niemanden verändern müssen und sich wohlfühlen sollen in ihrem eigenen Körper.

L. 25, Österreich

Seit ich meine Statue habe, ist meine Vulva für mich jetzt präsenter, sie ist deutlicher Teil meines Körpers geworden in dem Sinn, dass sie in meinem Körperempfinden deutlicher wahrnehmbar ist als früher.

Ich fühle mich sehr bestärkt durch den Casting Prozess und auch ermutigt selbst in meinem Alltag und meinen persönlichen Beziehungen das Thema weibliche Sexualität offener zur Sprache zu bringen.

Wichtig finde ich Vulvarium, weil die gesellschaftliche Auffassung von Sexualität, Geschlechtsverkehr, sexueller Lust etc. so stark männlich geprägt ist und es Zeit ist, dass sich da was bewegt!

Und weil ich es ganz wichtig finde, dass junge Frauen echte, „normale“ Vulven sehen und deren Vielfalt, und sich nicht an irgendwelchen abstrusen Schönheitsidealen messen.

Das Leben ist so viel schöner und freier, wenn wir ein positives Gefühl zu unserem Körper kultivieren (können)! Es lebe die Vielfalt!

J. 22, Österreich

Vor dem Casting hatte ich eigentlich kein Bild von meiner Vulva und es war mir immer ungewiss wie sie eigentlich aussieht.

Durch das Casting fühle ich mich sicherer und bestätigt, dass sie schön ist so wie sie ist. Ebenfalls ist dieses Thema zu einem ganz normalen Thema für mich geworden mit dem sich viele Frauen beschäftigen.

Ich bin nun sehr zufrieden mit meiner Vulva und bewundere die Statue.

V. 36, Österreich

Ich finde dieses Projekt sehr wertvoll, um Frauen die Scham und auch oft Angst vor ihrem eigenen Intimbereich zu nehmen.

Auch zeigt dieses Projekt sehr schön, wie unterschiedlich Vulven sind. Wie mannigfaltig das Aussehen und die Ausprägungen zB. von Klitoris und Labien sind.

 

Meine Skulptur steht im Schlafzimmer, neben einer Mann/Frau Figur die Liebe und Einheit symbolisiert. Für mich gehören diese zwei Skulpturen eng zusammen. Ergeben zusammen ein schönes Bild. Im Schlafzimmer, weil sie dort Platz haben ihre Energie zu entfalten und weil es für mich ein passender, intimer Ort ist, bei dem ich ganz bei mir sein kann.

V. 22, Österreich

Seit ich die Vulva Skulptur habe, hat sich vor allem das „für andere Sichtbar-werden“ meiner Vulva geändert.

Da sie offen in meinem Zimmer steht, regt zu Gesprächen an. Freunde*innen und ich diskutieren über Begrifflichkeiten und Aussehen der benannten Stellen, über Unsicherheiten in Bezug auf diese und wieso Genitalien geheim gehalten werden.

Ebenso ist der Abdruck sehr hilfreich, um zu erklären, wo man besonders erregbar ist, wo man sich was, wie wünscht.

The Gallery

& the Stories

Have a look at the diversity displayed in this gallery! Take your time, look at the differences

as well as the similarities, re-evaluate what you consider as “normal” or “beautiful”

and come to the conclusion that every single vulva is perfect just the way it is!

No need to hide, no need to worry, no need to change!

Along with these images you will find some personal stories of the women displayed

in the photos. Experiences, feelings, thoughts- words they wanted to share with you.

They are all different, they are all powerful and their message is clear:

Whatever your experiences with your vulva and your sexuality are like – you are not alone!

There are thousands of women out there who feel, have felt, or might in the future

feel just like you right now. So realize that your experience is

normal and worthy of being talked about.

Only through dialog can old taboos be broken and a new norms created so that one day

we can live in a society that accepts woman as they are- and not as they want them to be.

In the future, 

there will be no female leaders. 

There will just be leaders.

- Sheryl Sandberg

© 2020 Vulvarium

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